Haftung beim Kauf einer Vorrats-GmbH, Vorrats-AG oder Mantelgesellschaft als inaktive Kapitalgesellschaften

Es gibt vielfältige Gründe eine Vorratsgesellschaft bzw. eine Mantelgesellschaft zu kaufen Der Kauf einer Vorrats-GmbH bzw. Vorrats-AG als inaktive Kapitalgesellschaft (Vorratsgesellschaft) oder eines gebrauchten GmbH- bzw. AG-Mantels (Mantelgesellschaften) ist mit den nachfolgend dargestellten Haftungsproblemen verbunden, die der Käufer sorgfältig bedenken sollte.

Die Haftung bei Übernahme einer Vorratsgesellschaft

Die Übernahme von Vorratsgesellschaften oder inaktiven Mantelgesellschaften, löst bei den Übernehmern eine Haftungsverantwortung nach der Grundsätzen der wirtschaftlichen Neugründung aus, wie der Bundesgerichtshof in zwei neueren Urteilen festgestellt hat. Bei einer wirtschaftlichen Neugründung einer Vorrats- oder Mantelgesellschaft kommt eine Haftung der handelnden Personen auch dann in Betracht, wenn die Geschäfte vor Offenlegung der wirtschaftlichen Neugründung aufgenommen worden sind und dem nicht alle Gesellschafter zugestimmt haben. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs stellt die Aktivierung und Verwendung einer “auf Vorrat” gegründeten und im Handelsregister eingetragenen GmbH wirtschaftlich eine Neugründung dar.

Bundesgerichtshof zur Haftung bei Vorratsgesellschaften

Die Rechtsprechung zu Vorratsgesellschaften wurde nach Dr. jur. Lutz WERNER, Vorstand der Hi-Tech Media AG durch zwei Bundesgerichtshofs-Urteile aus den letzten zwei Jahren bestätigt. Im Vordergrund stehen dabei immer wieder Haftungsfragen beim Erwerb und bei der Übernahme von Vorratsgesellschaften und dem erforderlichen Kapitalnachweis.