Die Aktiengesellschaft (AG): Wirtschaftliche Bedeutung und Kapitalzugang

Vorspann:

Beim Kauf einer Vorratsgesellschaft, ob Aktiengesellschaft (AG), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder Kommanditgesellschaft (KG) sind auch immer gesellschaftsrechtliche Fragen zu klären:

  • was ist die geeignete Rechtsform für ihre Unternehmung,
  • wie sind die steuerlichen Konsequenzen,
  • wie kann man die Organe der Gesellschaft gut besetzen,
  • wann brauche ich einen Notar usw.

Um den Interessenten und Käufern von Vorratsgesellschaften einige praktische Erläuterungen dazu an die Hand zu geben, dienen die Beiträge über die Grundzüge der AG, GmbH und KG.

Die wirtschaftliche Bedeutung der AG beruht in erster Linie auf der Möglichkeit, sich zur Beschaffung großer Kapitalbeträge, die für bestimmte wirtschaftliche Aktivitäten unerlässlich sind, auf dem allgemeinen Kapitalmarkt an breite Anlegerkreise zu wenden, erläutert der Wirtschaftsjurist Dr. jur Lutz WERNER (www.vorratsgesellschaft-kaufen.de).

Die Beteiligung an einer AG stellt nur geringe Anforderungen. Sie erfordert lediglich die Einzahlung einer bestimmten Geldsumme bzw. die Aufbringung des Erwerbspreises für die Aktie. Im Übrigen wird der Aktionär mit keinen Pflichten belastet. Kaufmännische Kenntnisse und Fähigkeiten sind nicht erforderlich. Er nimmt allerding am unternehmerischen Risiko teil, in dem seine Beteiligung je nach dem wirtschaftlichen Erfolg der AG an Wert gewinnt oder verliert.

Der Aktionär braucht keine Bindung auf lange Dauer einzugehen. Zwar ist die dauerhafte Bindung des Gesellschaftsvermögens für die wirtschaftliche Funktion der AG wesentlich, doch ermöglicht die leichte Übertragbarkeit dem einzelnen Aktionär im Allgemeinen den jederzeitigen Verkauf zur Realisierung des Wertes seiner Beteiligung (Börsenhandel, Börsenkurs), ohne das die Gesellschaft Kapital zurückzahlen müsste.

Durch die einfache Art der Beteiligung kann die AG Kapital in einem Ausmaß beschaffen, wie es bei anderen Gesellschaftsformen normalerweise nicht möglich ist. Zugleich wird das Risiko auf zahlreiche Schultern verteilt, sodass auch eine Kapitalbeschaffung für risikoreiche Unternehmen möglich ist, sofern der Kapitalmarkt dem Unternehmen entsprechende Chancen einräumt. Angesichts der bei der Publikums-AG üblichen kleinen Stückelung der Aktien in 1 € Nennwert und des entsprechend überschaubaren Börsenkurses können auch kleine und mittlere Anleger ihr Engagement durch Beteiligungen in verschiedenen Branchen breit streuen und dadurch ihr Anlagerisiko verringern.

Entsprechendes gilt für institutionelle Anleger (Versicherungen, Banken, Pensionskassen, Investmentfonds) deren Aufgabe es ist, Geld ihrer Kunden mit einem ausgewogenen Verhältnis von Ertragsaussicht und Risiko anzulegen und auch wieder verfügbar zu machen.

Diese für die Aufbringung eines großen Gesellschaftskapitals günstigen Bedingungen machen die Stärke der AG aus. Sie ist deshalb seit langem die bevorzugte Gesellschaftsform für Großunternehmen und spielt in marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftssystemen, wenn auch nicht der Zahl nach, so doch im Hinblick auf das beim einzelnen Unternehmen wie bei der Summe aller AG konzentrierte Kapital die führende Rolle. Dem entsprechen die Bemühungen der Transformationsländer im mittleren und östlichen Europas sowie der aufstrebende Industrienationen um ein modernes Aktienrecht, wobei verschiedene Vorbilder zum Zuge kommen.

Die rein kapitalistische Struktur einerseits, die die Persönlichkeit der Gesellschafter ganz zurücktreten lässt, und andererseits ihre körperschaftliche Organisation machen sie außerdem geeignet zur Teilnahme an Unternehmensverbindungen, vor allem als Konzerngesellschaft. Die größeren Unternehmen der öffentlichen Hand auf staatlicher und kommunaler Ebene und besonders die gemischt wirtschaftlichen Unternehmen bedienen sich aus diesen Gründen gern der Form der AG, auch im Hinblick auf Privatisierungsmöglichkeiten und die Inanspruchnahme des Kapitalmarktes.